Piraten mit Entertaste
Netz | View CommentsAus einem Schreiben von mir an die Redaktion der Stuttgarter Zeitung:
Ich möchte auf den kleinen Artikel “Piraten mit Entertaste” (rai) Bezug nehmen.
Sie beweisen mit diesen 7 Sätzen ein hohes Maß Borniertheit und dass sie keine Ahnung in Bezug auf das Thema haben. Recherche scheint auch keine stattgefunden zu haben, stattdessen werden nachgeplapperte und aufgeschnappte Halbwahrheiten zu einem unhaltbaren Ganzen zusammengewürfelt.
Zitat: “Im Grunde wollen sie im Internet möglichst viel Zeug kostenlos herunterladen und ungestraft Killerspiele spielen.”
Genau wegen Falschaussagen wie diesen erhalten Die Piraten immer mehr Zulauf. Wenn, dann geht es darum bestehende veraltete Kostenstrukturen aufzubrechen und an das 21. Jahrtausend anzugleichen. Konzepte wie GEZ oder GEMA sollen überholt werden. Das geschützte Inhalte kostenfrei angeboten werden sollen stand nie zur Debatte.
Der angedeutete Pirate-Bay-Prozess in Schweden steht in keinem Zusammenhang mit der Partei. Die Vereinigung hat sich deutlich früher gegründet und ihre Teilnahme an der Europawahl angekündigt. Die Bewegung rund um das Rechtsurteil verfolgt ähnliche Interessen wie die Partei, steht mit ihr aber in keinem Zusammenhang.
Die Killerspiele-Debatte so inkompetent zusammen mit der Europawahl zu verwursten ist unfassbar. Weitere Themen, die im Parteiprogramm der Partei deutlich höheren Stellenwert haben, wie zum Beispiel Studiengebühren oder den Überwachungsstaat werden vom Autor einfach ignoriert.
Das Wahlergebnis ist alles andere als abgeschifft. Für eine Partei, die das erste mal an einer Europawahl teilnimmt, ist das eine große Leistung aus dem Stand. Andere Kleinstparteien hat man weit abgeschlagen hinter sich gelassen. Und diese gibt es schon deutlich länger in der deutschen bzw. europäischen Parteienlandschaft.
(via Twitter)

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